22.07.07 Cougars schlagen sich selbst

Nun ist es traurige Gewissheit: der SV Kornwestheim schließt in diesem Jahr auf dem letzten Tabellenplatz in der Verbandsliga ab. Ein 41:19 verschafft dem Tabellenvorletzten Crailsheim zwei weitere Gewinnpunkte und macht diese für Kornwestheim, die nur noch ein Saisonspiel vor sich haben, unerreichbar.

Keinen schlechten Start hatte die Verteidigung im ersten Viertel. Nach dem Kickoff regulär aufs Feld gekommen zeigten die Männer von Defense Coach Vito Mandir die Zähne und stoppten den Angriff nach wenigen Spielzügen. Nicht ganz so erfolgreich waren dann leider die Punktejäger um Quarterback Michael Casciaro. Kein First Down im ersten Drive - ein Punt beendete das Angriffsrecht. Wieder mit ihrer Verteidigungsformation auf dem Feld beherrschten die Cougars zwar das Laufspiel des Gegners, doch schaffte es dieser immer wieder gezielte Pässe über die Köpfe der Kornwestheimer hinweg anzubringen, und somit genug Raumgewinn für weitere First Downs zu erreichen. Ein kurzer Lauf der Gastgeber schloss diese Angriffserie dann in der Endzone des SVK ab. Auch der Extrapunkt mittels Fieldgoal war erfolgreich und brachte die Titans mit 7:0 in Führung.

Nach dem Seitenwechsel dann der Gegenschlag: am Ende einer sehr erfolgreichen Angriffsserie, die Quarterback Michael Casiaro mit einigen kurzen Pässen auf die Receiver Michael Fröhlich und Julian Muny bis wenige Zentimeter vor die Ziellinie manövrierte, war es wieder einmal Fullback Kristof Riegler der Ehre hatte, das letzte Stück mit Brachialgewalt durch die Verteidigungslinie der Gegner zu brechen und auf 6:7 aufzuschließen. Das Fieldgoal von Manuel Demel schlug leider fehl. Doch auch die Crailsheimer ließen nicht lange auf sich warten und erweiterten ihre Führung mittels 10 Yard Pass auf 13:07. Extrapunkte blieben diesmal aus. Damit hatte das Kopf an Kopf Rennen aber erst begonnen. Eine weitere Angriffsserie beendete Quarterback Casciaro selbst mit Hilfe seiner O-Line, hinter der er sich einfach in die Endzone schieben ließ. Die geplante Two-Point-Conversion wurde allerdings von den Titans vereitelt.

Mit dem Halbzeitstand von 13:12 bekam in dritten Viertel zuerst die Angriffsmannschaft der Cougars den Ballbesitz zugesprochen. Headcoach Michael Fröhlich setzte nun mehr auf das starke Laufspiel der Runningbacks Patrick Arnold und Kristof Riegler. Das eingespielte Duo konnte sich auch sehr erfolgreich auf dem Weg zur Endzone beweisen, und brach Meter um Meter durch die gegnerischen Verteidigungsreihen durch. Am Ende verdiente Patrick Arnold, der den Ball insgesamt über die gesamte Distanz von 80 Yards getragen hatte, mit einem abschließenden Lauf die Führung für den SVK. Auch Kicker Manuel Demel war diesmal erfolgreich und verlängerte auf 13:19. Ähnlich erfolgreich war allerdings auch der nächste Crailsheimer Angriff. Ein gelungener Täuschungsspielzug über die Außenseite fand sein Ziel 50 Yards weiter hinten in der Kornwestheimer Endzone. Mit zwei Extrapunkten holten sich die Titans die Führung mit 19:21 zurück.

Was nun folgte war nicht gerade ein schönes Szenario aus Kornwestheimer Sicht. Zunehmende Unruhe sowohl auf dem Spielfeld, als auch an der Seitenlinie zerstörte das konzentrierte Spiel der Kornwestheimer und sicherlich auch das Bild einiger mitgereisten Fans. Das Spiel war nun wie zu erwarten hochgradig emotionsgeladen auf beiden Seiten - schließlich ging es um den vierten Tabellenplatz und darum nicht die schlechteste Mannschaft der Liga zu sein. Jede Kleinigkeit wurde von den Spielern als Regelwidrigkeit ausgelegt und entsprechend lautstark verteidigt. Unzählige Fouls wegen unsportlichem Verhalten (Fouls ohne Kontakt) wurden auf beiden Seiten verhängt. Zwei Mal mussten die Schiedsrichter das Spiel unterbrechen um die Mannschaften zu ermahnen. Was auch immer im vierten Viertel auf dem Feld gespielt wurde - mit Football hatte dies nichts mehr zu tun. Zu recht kassierten die Cougars allein in diesem letzten Spielviertel 20 weitere Punkte.

"Keine gute Werbung für unsere Mannschaft und für diesen Sport. Wir hatten gute Chancen auf einen Sieg, in einem ausgeglichenen und spannenden Spiel. Anstatt diese Möglichkeit zu nutzen, und endlich aus dem Verlierer Sumpf herauszukommen, haben wir es vorgezogen uns das Spiel mit unnötiger Unruhe und falschem Stolz kaputt zu machen. Gut dass es mit einer Niederlage geendet hat - einen Sieg hatten wir heute sicher nicht verdient", so die Meinung von Defense Spieler Bastian Riegler.

Bastian Riegler